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/OZ/LOKAL/HST vom 15.02.2013 00:00
Nur ein paar Foto-Erinnerungen blieben von Flammen verschont
Pantelitzer Brandopfer erleichtert: Die Ruine wird jetzt abgetragen, der Neuaufbau kann im Frühjahr beginnen. Über 2000 Euro sind bereits auf dem Spendenkonto eingegangen.
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Der Abrissbagger arbeitet sich behutsam durch die Pantelitzer Brandruine, dann folgt der Wiederaufbau des Hauses.
Foto: Dirk Hauschild

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Pantelitz (OZ) - „Die Baby-Fotos meiner Kinder, die Bilder der Eltern — alles Erinnerungen, die ich mit den Fotoalben retten konnte. Ich hatte schon gedacht, alles ist unwiederbringlich verloren.“ Petra Quaas blättert nun jeden Abend in der Familiengeschichte. Das tut einfach gut.

Doch Familie Quaas kommt gar nicht zum Luftholen, denn jetzt geht es Schlag auf Schlag. „Die Firma SVT hat diese Woche mit dem Abriss angefangen. Vom Haus steht kaum noch was, aber wir sind froh, dass es so schnell vorwärts geht“, zeigt sich Volkmar Quaas erleichtert, auch wenn ihn die Grippe ans Bett fesselt. Dafür steht Ehefrau Petra jetzt täglich neben dem Bagger und rettet, was noch zu retten ist.

In der Nacht zum 27. Januar hatte die Pantelitzer Familie durch ein verheerendes Feuer ihr Zuhause verloren (OZ berichtete bereits mehrfach). Das Feuer hatte sich im Kaminabzug entwickelt, so die bisherige Vermutung. Fakt ist, dass die Hausbesitzer keine Schuld trifft. Und so hat die Versicherung schnell den Abriss der Brandruine angeordnet. „Jetzt wird alles behutsam abgetragen, damit dann im zweiten Schritt der Keller gereinigt werden kann. Wenn das Wetter mitspielt, kann unser Haus im Frühjahr an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden“, so Volkmar Quaas.

Mit Fingerspitzengefühl hat sich der Fahrer des Abrissbaggers durch die Hausreste gearbeitet. So konnte Petra Quaas immer gucken, ob sie von den persönlichen Sachen der Familie noch etwas aus den Trümmern ziehen kann. „Natürlich ist das ein blödes Gefühl. Du stehst mitten im Müll und weißt, dass das mal dein Haus war. Das kostet viel Kraft. Aber meine Frau hat sich besonders gefreut, als sie die Fotoalben aus dem Schrank retten konnte. Auch wichtige Dokumente sind dabei. Und ich bin froh, dass ich Ausweis und Führerschein wiederhabe“, sagt der 47-Jährige. Mittlerweile hat das Ehepaar Quaas mit den beiden Töchtern Maria (18) und Rebecca (16) eine neue Ferienwohnung der Wohnungsgenossenschaft Aufbau bezogen. „Hier können wir nun erst einmal mindestens bis April bleiben. Die WGA hat uns auch noch einen E-Herd reingestellt, damit wir uns was kochen können. Man möchte ja auch langsam wieder normal leben“, findet der Familienvater. Und dass dies gelingt, dafür sorgen auch die vielen Spender.

„Auf dem Konto sind schon über 2000 Euro eingegangen“, weiß Bürgermeister Fred Schulz-Weingarten und denkt, dass die Summe noch wächst, denn nächste Woche wollen ja die Abgeordneten noch ihr Geld spenden.

Die vierköpfige Familie hat auch schon etwas Geld vom Konto in Anspruch genommen. „Wir brauchten natürlich ein paar Sachen zum Anziehen, Messer für die Küche, Töpfe, eben alles so Kleinigkeiten, die man täglich braucht. Die großen Anschaffungen werden ja erst fällig, wenn das Haus wieder steht“, so Petra Quaas. Die 46-Jährige möchte sich, ebenso wie der Rest der Familie, für die vielen Hilfsangebote bedanken — vom Feuerwehrmann bis zum Nachbarn. „Das ist immer wieder rührend. Und bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir im Moment große Schränke und so etwas nicht unterbringen können. Wir sind ja froh, dass wir ein Dach über dem Kopf haben.“

Es sind schon über 2000 Euro auf dem Spendenkonto, und täglich wächst die Summe.“Bürgermeister Fred Schulz-Weingarten
Ines Sommer
 

 

/OZ/LOKAL/HST vom 31.01.2013 00:00
Brandopfer gerührt von der Hilfswelle
Familie Quaas aus Pantelitz dankt allen, die nach dem verheerenden Feuer etwas spenden.
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Maria, Petra, Volkmar und Rebecca Quaas gestern in der Ferienwohnung.
Foto: Ines Sommer

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Pantelitz/Stralsund (OZ) - „Gestern klingelte es an der Tür, da stand ein Elektriker von der WGA vor der Tür und drückte mir 20 Euro in die Hand. Ich wollte das Geld nicht annehmen, doch er drehte sich um und verschwand.“

Volkmar Quaas hat in den letzten Tagen oft solche Erlebnisse. Die Menschen zeigen ihr Mitgefühl, weil die Familie aus Pantelitz in der Nacht zum Sonntag ihr Haus verlor. Ein technischer Defekt im Kaminabzug, so die Feststellung der polizeilichen Untersuchung, hat das Flammen-Inferno ausgelöst. Geschätzter Schaden: 100 000 Euro. Das Häuschen, das die Familie 2011 ersteigert hatte, wurde in mühevoller Arbeit von innen komplett saniert. „Wir hatten alles so schön gemacht, alles farblich abgestimmt, Möbel und Fliesen — alles passte zueinander. Man hat ja da auch so seine Vorstellungen, und die haben wir uns Stück für Stück erfüllt. Nun konnten wir gerade mal ein gutes Jahr drin wohnen“, sagt Petra Quaas. Der 46-Jährigen fällt es schwer, über all das zu sprechen. „Wenn ich einkaufen gehe, fallen mir Sachen auf, bei denen ich denke: Das hab ich ja auch im Haus. Und dann wird mir schmerzlich bewusst, dass ich ja kein Zuhause mehr habe. Und jetzt so in der Ferienwohnung hab ich immer das Gefühl, ich bin im Urlaub und fahr irgendwann wieder nach Hause.“ Die gelernte Verkäuferin, die aus Krankheitsgründen bereits Rente bekommt, ringt immer wieder mit den Tränen. „Es sind so viele Kleinigkeiten, die einem fehlen. Ich denk da nur an die ganzen Fotoalben...“

Tochter Maria vermisst am meisten ihr Plüschtier, das sie seit 13 Jahren an ihrer Seite hatte. Die 18-Jährige möchte gern Verkäuferin werden, hat aber noch keine Ausbildung. Ihre 16-jährige Schwester Rebecca geht noch zur Schule. „Mir fehlen auch meine Fotos, die ich gerade zu einem Album zusammenstellen wollte.“ Zum Glück gibt es ja noch Tanten und Onkel, die nicht nur mit Wäsche und Kleidung helfen, sondern auch schon das eine oder andere Bild rausgesucht haben. Das gibt besonders den Frauen viel Kraft.

Kraft, die tankt das Quartett auch aus der großen Welle der Hilfsbereitschaft. „Wir danken allen von ganzem Herzen für die Unterstützung. Den Feuerwehrleuten, die morgen den Keller abpumpen, um vielleicht noch etwas retten zu können, den WGA-Mitarbeitern, den Gemeindevertretern, der Nachbarin, die in der ersten Nacht Unterschlupf bot, den vielen Menschen, die schon Geld überwiesen oder uns persönlich in die Hand gedrückt haben“, zählt Volkmar Quaas auf, und seine Frau fügt hinzu: „Man ist richtig peinlich berührt, das geht einem so nahe.“ Erst gestern brachte Nichte Brit die Nachricht aus dem Stralsunder „New Yorker“ mit, dass sich die Familie dort einkleiden kann. Ein anderer Mann, den Familienvater Volkmar von seiner Arbeit als selbstständiger Hausmeister kennt, sponserte kurzerhand einen Werkzeugkoffer samt Kreissäge. „Ich kann gar nicht alles aufzählen, aber danken für alles ganz herzlich“, so das Familienoberhaupt.

Allerdings bitten die Brandopfer um Verständnis dafür, dass sie im Moment Schränke, Tische und Couchgarnituren nicht unterstellen können. Dafür bietet die von der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau zur Verfügung gestellte Ferienwohnung, die Volkmar Quaas als Auftragnehmer übrigens selbst mit eingerichtet hat, natürlich keinen Platz. „Genau deshalb haben wir uns gedacht, Bargeld ist jetzt am nötigsten. Wer also helfen will, kann die Spende auf das Gemeindekonto einzahlen“, sagt Bürgermeister Fred Schulz-Weingarten.

 

Spenden bitte unter „Brandopfer Pantelitz“ , Konto 104 224 bei der DKB-Bank Rostock, BLZ 120 30 000.

Wir sind gerührt von der überwältigenden Anteilnahme und Hilfe.“Petra Quaas (46)
Ines Sommer
 

 

/OZ/LOKAL/HST vom 29.01.2013 00:00
Viel Hilfe für Brandopfer — nun Werkzeug gesucht
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Pantelitz (OZ) - Der Schock in Pantelitz sitzt immer noch tief. Die Menschen sind betroffen von der Brandkatastrophe, bei der die Familie Quaas in der Nacht zum Sonntag ihr Haus verlor (OZ berichtete gestern ausführlich).

Die Flammen hatten so gewütet, dass Volkmar (47) und Petra Quaas (46) nur ihr nacktes Leben retten konnten. Die beiden Töchter — 16 und 18 Jahre alt — waren zum Glück gerade nicht zu Hause.

Das Ehepaar konnte sich zwar rechtzeitig in Sicherheit bringen, weil die Hunde angeschlagen hatten, musste aber mit ansehen, wie ihr Hab und Gut den Flammen zum Opfer fiel.

Gut zu wissen, dass jetzt die Hilfsbereitschaft im Dorf sehr groß ist. Noch am Sonntagnachmittag hatte sich die Gemeindevertretung zu einer Sondersitzung getroffen und beraten, wie man helfen konnte. „Wir wollten ja einen zinslosen Kredit gewähren, aber nach Rücksprache heute mit der Kämmerei weiß ich, dass das nicht geht. Jetzt werden wir als Gemeinde spenden, und zwar 750 Euro. Hinzu kommen 250 Euro — wir wollen nämlich unser Sitzungsgeld spenden“, sagte Bürgermeister Fred Schulz-Weingarten gestern am OZ-Telefon und ergänzt: „Ich werde von vielen Leuten angesprochen, die helfen wollen. Deshalb haben wir uns dazu durchgerungen, unser Konto als Spendenkonto zur Verfügung zu stellen. Wer etwas einzahlen möchte, muss nur als Verwendungszweck angeben, dass das Geld für die Brandopfer von Pantelitz sein soll.“ Bargeld sei sicher die beste Hilfe, sagt Schulz-Weingarten und ergänzt: „Ich möchte allen Feuerwehrleuten danken. Da sieht man erst mal wieder, wie wichtig die Kameraden sind. Und ich bin überwältigt, dass die Leute in der Gemeinde in so einer Situation so zusammenhalten und sich helfen.“

Die Familie hatte noch am Sonntag eine Ferienwohnung der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau bezogen und wurde von den Verwandten mit ein paar Kleidungsstücken und dergleichen versorgt. „Die Hilfsangebote sind überwältigend. Vielen Dank. Vielleicht hat ja noch jemand Werkzeug, damit ich meine Aufträge erledigen kann“, fragt Volkmar Quaas, nachdem er gestern von der Arbeit kam.

Spenden bitte an „Brandopfer Pantelitz“, Konto 104 224 bei der DKB-Bank Rostock, BLZ 120 30 000.

Ines Sommer
 
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